Packing List

Auf jedem Reiseblog findet man sie – die ultimative Packliste. Meiner Meinung nach gibt es soetwas aber nicht. Es gibt zwar Dinge, die auf jeder Reise sinnvoll sind, aber mein Grundsatz ist, sich keinen Stress zu machen etwas vergessen zu haben. Außer natürlich man bereist wirklich abgelegene Teile der Welt, dann muss man etwas sorgfältiger planen. Gerade vor kurzem hat mir ein Freund von seiner Trekking Tour durch Nepal berichtet und erzählt, dass man alles Notwendige dafür vor Ort erhält. (Danke Achim für die Infos) Hier der Link zu seinem Bericht – sehr empfehlenswert, schaut mal vorbei auf seiner Seite: http://achimwurm.weebly.com/nepal.html

Viele von uns reisen ja um die Freiheit kennen zu lernen, um abzuschalten und zu sich zu finden. Für den Fall, dass du so eine Reise planst ist mein Tipp an dich – pack so wenig wie möglich ein. Ich habe diesen Satz schon öfters gelesen:

Erst wenn du nichts mehr besitzt, kannst du völlig frei sein.

Für manche vielleicht schwer vorstellbar. Nicaragua war für mich das Land in dem ich es erleben durfte. Meine Kameraausrüstung in Costa Rica zu verlieren hatte nicht nur negative Seiten. Nachdem sie kaputt ging, ließ ich sie bei Freunden in Costa Rica und machte mich mit leichtem Gepäck auf nach Nicaragua. Ich fühlt mich so unendlich frei, musste mir keine Sorgen machen, dass irgendetwas mit meiner Ausrüstung passieren könnte, hatte nicht ständig den Drang jeden schönen Moment auf meiner Kamera festhalten zu müssen. Statt dessen konnte ich jeden Moment völlig frei und entspannt genießen. Ok ich gebe zu, es war natürlich für mich als Fotografin nicht immer leicht ohne Kamera zu sein. Trotzdem genoss ich dieses Gefühl, ohne schlechtem Gewissen einen Shot zu verpassen, den Moment nur für mich zu haben.

Seitdem versuche ich nicht ständig meine Kamera mit mir herum zu tragen, sondern mir auch Momente zu schenken, die nur mir gehören. Mir und dem perfekten Moment, den ich in Stille und purem Egoismus mit niemandem teilen mag.

So jetzt bin ich etwas abgeschweift, aber denkt darüber nach welchen Zweck eure Reise hat und lasst auch bewusst Dinge daheim. Das gehört meiner Meinung nach auch zu einer Packliste dazu :)

Meine Basic Packliste sieht in etwa so aus:
  • Kleidung nach dem Zwiebel Prinzip und je nach Land und Aktivitäten. Da kann ich euch auch keine genaue Anzahl an T-Shirts nennen, weil das immer von der Reise abhängt. Für ne Rucksackreise wieder nach dem Motto: Weniger ist mehr.
  • Unterwäsche für etwas über ne Woche
  • Funktionsunterwäsche die schnell trocknet
  • Plane ich eine Outdoorreise, dann zieh ich Trekkingschuhe an. Für Südafrika werde ich meine Sneakers anziehen und noch Flip Flops einpacken. Gutes Schuhwerk ist das Um und Auf, wenn man viel auf den Beinen ist.
  • Reisebadetuch
  • Stirnlampe
  • Zahlenschloss (keines mit Schlüssel)
  • Erste Hilfe Täschchen mit Verbandszeug und Blasenpflaster
  • Medikamente
  • genügend OBs (denn die sind in manchen Ländern wirklich nicht zu bekommen)
  • Reisetagebuch und Kugelschreiber
  • irgendetwas mit Weckfunktion – im Normalfall hat man ja sein Handy dabei
  • Sonnencreme, Sonnenbrille, Kopfbedeckung
  • Mückenschutz
  • kleiner Schlafsack
  • Universaladapter für die Steckdose
  • eine gute Haarbürste (gerade am Meer bekomm ich sonst Dreadlocks)
  • Brustbeutel
  • etwas Waschmittel
  • Kosmetikbeutel mit den wichtigsten Utensilien
  • Taschenmesser
  • Flickzeug, falls einmal was kaputt geht, ev. etwas Klebeband
  • Desinfektionsspray
  • Drypack
  • Ohrstöpsel
  • Sicherheitsnadeln
  • genügend Kontaktlinsen + Flüssigkeit
  • Brille
  • Wasserblase
  • Steckdosen-Adapter für das jeweilige Land
  • Ladegerät

Insurance for your gear

Mein Retter in der Not

Über die Jahre sammelt sich schon ein kleines Vermögen an Kameraausrüstung an. Alles auf einen schlag zu verlieren ist schon eine Katastrophe. So erging es mir in Costa Rica. In dem Moment mein Baby voller Sand und Wasser zu sehen stand mein Herz still. Für solche Fälle kann ich nur sagen – Schwein gehabt! Ich hatte eine Kameraversicherung! Als ich diese vor ein paar Jahren abgeschlossen habe, gab es noch keine große Auswahl am Markt die das angeboten haben. Mittlerweile findet man sicher schon mehr. Ich bin bei einer deutschen Versicherung mit dem klingenden Namen Pergande & Pöthe. In meinem Fall muss ich wirklich sagen, es hat alles super geklappt. Ich hab ein Formular ausgefüllt und beschrieben wie alles passiert ist. Ich musste abklären lassen ob eine Reparatur möglich ist oder nicht. Übersteigt die Reparatur den Versicherungswert bekommt man das Geld ausbezahlt, sonst wird es repariert. Es ist problemlos abgelaufen und nach kürzerer Zeit war auch schon das Geld auf meinem Konto. Die genauen Vertragsbedingungen könnt ihr auf deren Website nachlesen.

5 most important advices for travel photographers

Tip Nr. 1.: find the right Backpack

Gute Kamera-Rucksäcke sind teuer! Sorry meine Lieben, aber diesbezüglich habe ich keine besseren Nachrichten für euch. Und als Outdoor Fotograf hier zu sparen macht auch keinen Sinn, denn schließlich soll er ja euren Rücken und euere Equipment schützen. Es gibt immer mehr Hersteller, die Outdoor Kamerarucksäcke auf den Markt bringen und es gibt einige gute Modelle – je nach Vorlieben. Ein schmerzender Rücken und kaputtes Equipment sind sch***, deswegen ausprobieren, informieren und etwas Geld investieren.

Ein weiter wichtiger Punkt: Er sollte nicht auf den ersten Blick nach Kamerarucksack aussehen und danach schreien, dass sich darin viele tausende Euros befinden. Je unauffälliger desto besser. Leuchtende Farben sind natürlich ein Hingucker, aber in dem Fall kontraproduktiv.

Passt er ins Handgepäck? Je kompakter er aussieht desto einfacher und unauffälliger bekommt man ihn durch die Sicherheitskontrollen. (auch wenn er vielleicht einmal doch schwerer ist als eigentlich erlaubt)

Aber für mich gab es ein paar wichtige Kriterien die mein Rucksack erfüllen sollte. Warum der Loka fast perfekt für mich ist, könnt ihr hier lesen.

Tip Nr. 2: Protect your Gear

Jeder weiss, dass Kameras ein kleines Vermögen wert sein können und wer seine Kamera noch protzig um den Hals trägt und sie präsentiert, zieht natürlich Aufmerksamkeit auf und wird sofort als Tourist abgestempelt.

Die Kamera im Rucksack zu lassen ist natürlich keine Option. Was also tun?

Lass es so aussehen als wäre dein Equipment alt und kaputt. Klebe etwas Tape um die Kamera und am besten auch über das Logo. Das macht es weniger attraktiv für potentielle Diebe. Ich verzichte auf Reisen auch bewusst auf den Batteriegriff. Erstens spare ich Gewicht und zweitens wirkt die Kamera nicht so teuer.

Abgesehen von Dieben ist es natürlich auch wichtig sein Gear von Schmutz und Feuchtigkeit zu schützen. Als sehr praktisch hat sich erwiesen eine Wrap Schutzhülle, einen Drypack und Reinigungstücher dabei zu haben. In manchen Situationen kann man sich auch mit einfachen Mitteln und ein bisschen Kreativität helfen.

Tip Nr. 3: Protect your data

Es ist so schon schwer genug seine Daten immer sicher abgespeichert zu haben. Auf Reise ist es noch viel schwieriger. Im Fall, dass ich eine gute Internetverbindung habe, übertrage ich die Daten auf meinen Server. Überraschenderweise ging das in Ecuador ziemlich gut. Meist ist es jedoch etwas schwierig und in so einem Fall habe ich Sicherheitskopien auf diversen Medien.

  • 1x auf meinem Laptop
  • 1x auf einer externen Festplatte
  • 1x USB Stick

Offensichtlich aber trotzdem vergisst man es öfters: Nicht alles im selben Rucksack aufbewahren. Ein USB Stick ist ziemlich praktisch und lässt sich auch gut verstecken. Es gibt diverse Varianten eines Reisegeldbeutels in dem man ihn sicher aufbewahren kann.

Tip Nr. 4: Don’t make it too obvious

Wenn ich Reise geht es meist um meine persönlichen Projekte und keine kommerziellen Jobs. Um mir bei der Einreise viele Fragen zu ersparen, gebe ich auf dem Immigrations Anträgen oft nicht an Fotograf zu sein, sondern schreibe lieber Retoucher oder Multimediadesigner hin. Reist man mit viel Gear kann es hilfreich sein sich ein Carnet (Reisepass für Equipment) zu besorgen.

Tip Nr. 5: Go with locals

Einheimische in deine Arbeit zu involvieren kann dir auf verschiedenste Weise helfen. Du kommst mit Leuten in Kontakt die du sonst nicht getroffen hättest und siehst Plätze, die du selbst nicht entdecken hättest können. Außerdem fühlen sich die Menschen wohler wenn jemand aus ihrem Land dabei ist und es vereinfacht auch die Kommunikation zu den Einheimischen.

Mantay/Peru

Mein erstes Sozialprojekt war Mantay in Cusco. Ehrlich gesagt war ich etwas nervös auf der Busfahrt zum Haus in dem die Mädchen leben. Das Haus liegt etwas außerhalb und beherbergt 14 Mädchen im Alter von 13-18 Jahren mit ihren Kindern. Ich wusste nicht wie die Mädchen reagieren würden, wenn ich da plötzlich auftauche Fragen stelle Fotos und Videos mache. Bei meiner Arbeit ist es mir sehr wichtig, dass jeder entscheiden kann, ob er fotografiert werden möchte, deswegen habe ich mich auch bei meiner Ankunft noch einmal versichert, dass auch wirklich alle Mädchen einverstanden sind.

Raquel die Leiterin des Projekts hat sich die Zeit genommen mir alle möglichen Fragen zum Projekt zu beantworten – von der Geschichte, Aufbau, Organisation, finanzielle und rechtliche Dinge. In den letzten 14 Jahren lebten 136 Mädchen mit ihren Kindern bei Mantay. Das Projekt ist darum bemüht ihnen die essentiellen Dinge beizubringen um später ein eigenständiges Leben führen zu können. Außerdem erhalten sie eine Schulausbildung.

Ich war begeistert von den Mädchen, die trotz ihrer jungen Jahre und ihren Schicksalsschläge so lebensfroh und aufgeweckt waren. Nur den zwei noch sehr jungen Mädchen, die erst seit kurzem im Haus waren, hatten noch sehr zu kämpfen mit den neuen Umständen, und ihnen viel das lächeln noch sehr schwer.

Für mich war es erstaunlich zu sehen wie glücklich die Kinder mit den einfachsten Dingen sind, und es hat mir wieder gezeigt, dass es gar nicht viel benötigt um glücklich zu sein.

Mantay Peru from Coconut-Project on Vimeo.

Ecuasal

Reisen eröffnet oft neue Türen und man lernt interessante Menschen kennen. Das kann ich unterschreiben. In Costa Rica lernte ich Andrés Fernandéz (6-facher ecuadorianischer Champion im Surfen) und Martin Passeri ( 5-facher argentinischer und Lateinamerikanischer Surf-Champion) kennen als ich bei einem Granito de Arena Event fotografiert habe. So landete ich 2 Jahre später in Ecuador um bei ihrem ersten Trainingscamp dabei zu sein. Die beiden haben eine neue Art von Trainingscamp für Profisurfer entwickelt, dass sie erstmals für das ecuadorianische Ecuasal Surfteam veranstaltet haben.

Ich habe das Camp ein paar Tage begleitet. Es wurden nicht nur Trainingsmethoden gelehrt. Ein wichtiger Bestandteil des Camps waren auch Management und Werbung der Sportler. Da auch Fotos ein wichtiges Mittel sind für die Vermarktung eines Sportlers, haben wir mit jedem einzelnen auch noch ein Fotoshooting organisiert.

Natürlich hatte ich nicht viel Equipment dabei, aber oft ist nicht viel notwendig um gute Aufnahmen zu erhalten. Gerade auf Reisen nutze ich hauptsächlich das natürliche Sonnenlicht.

Life is better on the beach.

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